Seit ziemlich genau einem halben Jahr arbeiten wir am Projekt "face one planet". Von der Konzeptphase bis zum heutigen Stand habe ich alle Entwicklungsstadien miterlebt und mitgestaltet. Durfte etliche Blogs schreiben und Quizfragen verfassen. So wurde ich mit Thema "Resourcenverbrauch" von Tag zu Tag vertrauter. Klar, wer jeden Tag damit zu tun hat, sieht die Welt früher oder später aus einer anderen Warte.
Die Gratwanderung zwischen Information und Entertainment ist nie einfach. Und böse Zungen mögen sogar behaupten, mit "face one planet" sei nicht mehr und nicht weniger als eine weitere Infotainment Plattform iniziiert worden, die im Endeffekt nichts bringt. Aber das zu sagen ist genau so einfach, wie den Versuch einfach bleiben zu lassen.
Ich bin mir sicher, wenn jede und jeder nur lange genug dranbleibt, ein Minimum an Interesse mitbringt, werden früher oder später solch kleine Veränderungen eintreten, wie ich sie selber erfahren habe.
Backpapier
Einige Tage ist es her, da hab ich mir vorgenommen, wieder mal eine Pizza selbst zu backen. Also kaufte ich mir sämtliche Zutaten und begab mich mit einer vollen Einkaufstüte beschwingt auf den Nachhauseweg. Angekommen, wurde alles Fachgerecht in den Kühlschrank verstaut und ich machte mich wieder ans Tageswerk.
Irgendwann beginnt jeder Magen zu knurren und für mich war es ein eindeutiges Zeichen, mich der Pizza zu widmen. Doch oh Schreck, da war kein Backpapier mehr in meinem Haushalt.

Für einen kurzen Moment musste ich auf die Lippen beissen, weil das Unterfangen Pizza innert einem Augenblick ins Wasser gefallen war. Samstag, 19 Uhr, hunger und absolut keine Lust, mich noch um Backpapier kümmern zu müssen, blieb mir nichts anderes übrig, als den Backtrieb zu verschieben - und zwar auf den Montag.
Die Enttäuschung über das fehlende Backpapier lag Montags bereits weit zurück. Die Vorfreude war wieder da, als ich zwischen den Regalen im Migros hindurch schlich. Da ich nicht alle Tage Backpapier kaufe, musste ich dessen zuerst fündig werden. Dann lag es da, auf Augenhöhe im Gestell und ich griff nicht nach der Rolle, sondern nach den bereits zugeschnittenen Blättern. Eben jenem Backpapier, das ich bis anhin immer benutzte. Ich glaubte am Ziel angekommen zu sein, doch mein Blick blieb an der Schachtel rechts hängen.

"Dauerhaft Verwendbar" stand dort drauf und sofort war mein Sensorium aktiviert. Warum also jedesmal ein Blatt wegschmeissen, wenn ich vielleicht auch mit 80 Jahren noch immer die selbe Folie benutzen kann? Meine Entscheidung fiel mir nicht mal schwer, im Gegenteil, es machte mich sogar ein ganz klein wenig Stolz, dank einer kleinen Entscheidung, einen realen Beitrag gegen die Abfallproduktion und somit auch gegen unnötigen Ressourchenverbraucht geleistet zu haben.
Der Witz an der Geschichte ist, dass ich jetzt jedesmal wenn ich etwas backen werde einfach ein wenig zufriedener bin als sonst.

