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Als ich einen mächtigen Hashtag besass

Twitter ist nicht wie ein Partygespräch, sondern ein Pausenplatz für Jungs. Zumindest wenn es um die Auswahl des einen Hashtags geht, der das virtuelle Gespräch zu einem Ereignis bündelt. Wer zum richtigen Zeitpunkt am lautesten brüllt, hat die anderen um sich versammelt.

Was, Alter? Dein Hashtag ist sicher nicht cool! Was, Alter? Dein Hashtag ist sicher nicht cool!

Unverhofft bin ich in den Besitz eines wertvollen Schlagwortes gekommen, das in der Twitter-Gemeinde über Ruhm oder Gosse entscheidet, eines Hashtags eben. Gut gewählte Hashtags (damit ist das #-Zeichen mit dem folgenden Schlagwort gemeint) bringen einen mit allen zusammen, die an einem Thema interessiert sind. Wer einen Hashtag etabliert, hat einen Wettkampf für sich entschieden und kriegt dafür Beachtung und Respekt. Wie früher auf dem Pausenplatz.

6. Januar: Die Geschichte beginnt
FEINHEIT plant einen Talk zu dem Thema der Politschweiz im neuen Jahr: Wahlen. Arbeitstitel: „Wahlen 2015“. Als internes Buzzword setzt sich in der Agentur „Digitaler Wahlkampf“ durch. Und wie drückt sich das nun in der Event-Bezeichnung aus? Klar, der allgegenwärtige # wird herangezogen. Von jetzt an heisst die Veranstaltung #Wahlen2015.

15. Januar: Noch zwei Wochen zum Event
Jetzt gilt es konkret zu planen, wer was wann macht. Unsere Ziele: Wir wollen mit dem Publikum interagieren, den Talk für die Nicht-Anwesenden dokumentieren und die Veranstaltungsform bekannt machen. Live-Berichterstattung über Twitter bietet sich an. Damit sich die Teilnehmer untereinander und mit dem Veranstalter während des Talks unkompliziert über die Plattform austauschen können, würden wir zu Beginn auf den Hashtags des Abends hinweisen. Gesetzt ist natürlich: #Wahlen2015.

Im Vorfeld des Talks zu den Wahlen sehe ich diesen Aufruf des Inlandressorts der NZZ:

Während gleichzeitig noch mehrere Twitter-Schlagwörter im Umlauf sind, verkündet der Politikwissenschaftler Sandro Lüscher das verbindliche Ergebnis der Suche: #wahlCH15

26. Januar: Endspurt
Die Vorbereitung zum Talk geht in die Schlussphase. Personen auf den Event hinzuweisen, nimmt nun die meiste Zeit in Anspruch. Hintergrundrecherchen zu den Adressverwaltungen der Parteien beschäftigen uns zusätzlich. Welcher der meist genutzte Hashtag für die Wahlen ist, verschwindet aus meinem Sichtfeld.

29. Januar: Am Abend des Talks
Unter den dreissig Teilnehmenden gibt es einige aktive Tweeter, die ihre Twitter-Beiträge mit #Wahlen2015 versehen, wie wir es zu Beginn der Veranstaltung empfehlen.

1. Februar: Die Chance der Stunde nutzen
Nach dem Anlass mache ich mich an die Analyse der abgesetzten Tweets zum Talk. Es gab 80 Nennungen, welche den vorgeschlagenen #Wahlen2015 verwendeten. Mir fällt der ausgerufene Hashtag-Wettkampf des NZZ-Inlandressorts wieder ein. Und nun tatsächlich: Im Vergleich zum bisher auserkorenen #WahlCH15 sieht die grüne Kurve für #Wahlen2015 zukunftsweisend aus (mit Spitze ganz rechts in Grafik).

Ich setze meinen Tweet an Sandro Lüscher ab und rufe laut hinaus, dass das Pausenplatz-Duell noch nicht entschieden sei.

8. Februar: Geblufft und (diesmal) verloren
Es hat sich mit der Zeit herausgestellt, dass der Hashtag #WahlCH15 nachhaltiger ist. Insbesondere weil bekannte Politikberater wie Mark Balsiger diesen konsequent in ihren Tweets benutzen. Tant pis, es war ein schönes Gefühl mit dem zufällig mächtig gewordenen Hashtag #Wahlen2015 kurz auf dem Pausenhof der Held zu sein. Und: Zum Talk #Wahlen2015 zu begrüssen, erwies sich einfach als eleganter. Die Pausenglocke läutete.

Weiterführendes

Wie wollen Sie auf dem Pausenplatz auftreten?

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