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«Kümmert euch um den öffentlichen Raum! Das hat ein Riesenpotential»

Den öffentlichen Raum im Bewusstsein verankern. Der Aargau macht vorwärts. Ein Gespräch mit dem kantonalen Berater.

Was fällt einem Reisenden im Aargau auf? Die Autobahn – und auch die freche Werbung der Kantonspolizei dort. Unzählige Kreisel und Einfamilienhausquartiere. Glücklicherweise auch Flüsse, die einem überall begegnen – sogar ins Kantonswappen haben sie es geschafft.

Der Schlossbergplatz in Baden: eines der Vorzeigebeispiele Der Schlossbergplatz in Baden: eines der Vorzeigebeispiele

Ganz anders wenn man in diesem Kanton in grösseren Orten strandet. Auf dem Programm steht beispielsweise ein spannender Ausstellungsbesuch in Aarau oder Lenzburg oder die Velotour führt über Baden. Plötzlich werden intakte Altstadtkerne und ein spannendes Nebeneinander von Historischem und Neuem sichtbar. Gassenkurven konfrontieren die Besuchenden immer wieder mit unerwarteten Ausblicken - so lässt’s sich gerne in den Städtchen verweilen.

Dörfer und Städte sinnlich wahrgenommen

Damit das so bleibt, dafür sorgt auch Samuel Flükiger in der Abteilung Raumentwicklung des kantonalen Departments Bau, Verkehr und Umwelt. Die Wahrnehmung der Dörfer und Städte ist etwas Sinnliches. Leute reden gerne davon, wie sie ihre Strasse, ihren Park, ihren Uferweg wahrnehmen. Sie tun es auch, wenn der Kanton sie direkt danach fragt, wie im aktuellen Projekt «Fokus öffentlicher Raum», in dem ideale Plätze vorgestellt werden.

«Wir wollen zeigen, dass wir im ganzen Kanton unterschiedlichste Vorzeigebeispiele haben.» Das heisst für Flükiger auch, «den Gemeinden auf die Schulter zu klopfen.» Denn: Es ist in den letzten 15 Jahren viel gegangen. Heute habe es in den Gemeinden häufig ein neues Bewusstsein für Planung, bestätigt er. Immer mehr nutzen die Entscheider die Chance, während einer neuen Arealüberbauung oder Strassensanierung die Qualität des öffentlichen Raums mitzudenken.

Die kurzen Zeitfenster nutzen

Warum können sich Gemeinden nicht einfach jederzeit daran machen, hochwertige Plätze zu schaffen? Eine neue Asphaltschicht bleibe wegen der hohen Baukosten eben normalerweise 15-20 Jahre erhalten, relativiert der kantonale Berater. Damit seien die Möglichkeiten, den öffentlichen Raum zu verschönern, auf kurze Zeitfenster beschränkt. Diese gelte es dann aber unbedingt zu nutzen.

Samuel Flükiger: «Bau- oder Sanierungsprojekte sind einfach teuer. Mehrkosten, dabei etwas schön zu gestalten, sind vergleichsweise niedrig.» Samuel Flükiger: «Bau- oder Sanierungsprojekte sind einfach teuer. Mehrkosten, dabei etwas schön zu gestalten, sind vergleichsweise niedrig.»

Wenn ein aktuelles Projekt diese Chance bietet, sollten die Bauherren relevante Fachplaner ins Projekt hineinbringen, sei es ein Landschaftsplaner oder eine Architektin. Diese werden Ziele für einen qualitativ guten öffentlichen Raum im Gesamtprojekt verfolgen. Ein Bewusstseinswandel, denn früher gaben die Verantwortlichen den Auftrag einfach an ein Ingenieurbüro, welches alles aus einer Hand plante und realisierte. Für Flükiger ist das aktuelle Vorgehen rechnerisch logisch: «Bau- oder Sanierungsprojekte sind einfach teuer. Mehrkosten, dabei etwas schön zu gestalten, sind vergleichsweise niedrig.»

Es wird viel gebaut im Kanton Aargau – eine Herausforderung?

Natürlich besteht gerade jetzt mit der regen privaten Bautätigkeit im Kanton Aargau die Gefahr, dass sich der öffentliche Raum häufig aus den Restflächen eines Projekts zusammensetzt. Doch dem will der kantonale Berater entgegenwirken: «Wir wollen einen Paradigmenwechsel erreichen. Wir sagen: ‹Kümmert euch um den öffentlichen Raum!› Das hat ein Riesenpotential für das Wohlbefinden, und somit auch für die Standortattraktivität.»

Damit diese Perspektive wirklich bei den Bauverantwortlichen verankert ist, vermitteln Flükiger und seine Teamkollegen ihr Fachwissen kontinuierlich an die Gemeinden. Einige gehen auch von sich aus mit gutem Beispiel voran, wie die im Web präsentierten Vorzeigebeispiele des öffentlichen Raums beweisen.

Dass in den Aargauer Gemeinden ein Wille da ist, den Aussenraum zu gestalten, bemerkt man auch am Hauptort. Der Schweizer Heimatschutz kürte die Stadt Aarau mit dem Wakkerpreis 2014 u.a. für quartierverträgliche Verdichtungen. Mit diesem Wandel werden Reisende zukünftig nicht mehr nur an einen Autobahn- oder Kreiselkanton denken, wenn sie vom Aargau hören.

Samuel Flükiger ist Berater und Projektleiter mit den Schwerpunkten Städtebau, Ortsbild und öffentlicher Raum beim Kanton Aargau. Die Abteilung Raumentwicklung ist Teil des kantonalen Departments Bau, Verkehr und Umwelt.

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Die Inhalte der Webseite «Menschen und Orte», Teil des Projekts «Fokus öffentlicher Raum», hat der Kanton Aargau zusammen mit FEINHEIT konzipiert. Mehr zur Projektidee

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